Geshichte

    Gottesgab ist das am höchsten gelegene Städtchen in Mitteleuropa. Im Jahre 1517 wurde hier am Erzgebirgskamm unter rauen klimatischen Bedingungen mit dem Silber- und Zinnbergbau begonnen. Letzt genanntes Erz wurde gewonnen, indem es an hiesigen Bächen aus sogenannten Zinnseifen gewaschen wurde. Im Jahre 1553 wurde auf Veranlassung des sächsischen Kurfürsten ein Grundstück für die entstehende Bergstadt ausgesteckt. Anlässlich seines Besuches bereiteten die Bergleute eine reine Silbererzstufe von der Grösse einer Bank vor. Sein Ausspruch "Dieses edle Mettall, das ist euer Brot, das ist eine Gabe Gottes!" (Boží Dar) gab der Sage nach dem Bergstädtchen seinen Namen. Im Wappen von Gottesgab ist ein Schild mit Gegenständen aus dem Bergmann-Handwerk (Schlägel und Eisen) zu sehen, darüber befindet sich ein Bild, auf dem der Gottvaters in den Wolken dargestellt ist. Das Wappen ist auf einem Siegel aus dem Jahre 1673 erhalten geblieben. Im Jahre 1547 wurden Gottesgab und die Bergstadt Platten (Horní Blatná), die ursprünglich zu Sachsen gehörten, an Böhmen angegliedert. Dank des Silberbergbaus erlebte Gottesgab eine Blütezeit, die bis zum 30-jährigen Krieg dauerte.

    Der Fortgang der nichtkatholischen Berg- und Hüttenleute um die Mitte des 17. Jahrhunderts hatte Einfluss auf die weitere Bergbautätigkeit. Die Einwohner versuchten, ihren Lebensunterhalt im Wald, bei der Arbeit in den Torfschichten, und mit Spitzenklöppelei zu verdienen. Ende des 19. Jahrhunderts hat die früher 2000 Einwohner zählende Gemeinde nur noch 1200 Einwohner.

    Dramatische Veränderungen erlebte Gottesgab nach dem II. Weltkrieg - die Tschechen, die vor dem Krieg die Sudetengebiete verlassen mussten, kehrten zurück und die Sudetendeutschen wurden vertrieben. Nach dem letzen Abtransport von Sudetendeutschen am 10. Oktober 1945 wohnten in Gottesgab nur noch 50 Einwohner. Zunächst steigt die Einwohnerzahl an (im Jahre 1950 - etwa 800 Einwohner), aber zur Zeit der Uranförderung in Joachimsthal ziehen viele Bewohner wieder fort. Die Schule wurde geschlossen und der Ort wurde in der 70-er Jahren der Verwaltung von Joachimsthal unterstellt. Zur einer deutlichen Verbesserung der Situation kam es im Jahre 1971 nach der Öffnung des Grenzüberganges und besonders nach der Wende im Jahre 1989. Heute hat Gottesgab etwa 140 ständige Einwohner.
    Den Ortskern bildet ein rechteckiger Hauptplatz, in dessen Ecken jeweils zwei Strassen münden. Ein sehr dominantes Bauwerk auf diesem Platz ist das spätempirische Rathaus, welches in den Jahren 1844-45 erbaut wurde. Das bedeutendste Bauwerk der Gemeinde ist die barocke St. Annakirche aus dem Jahre 1722. Die Glocke ist das Werk des Joachimsthaler Zinn- und Glockengiessers Hans Wild. Im Hotel Grünes Haus befinden sich historische Wandmalereien. Eine Aufschrift in der Halle erinnert an das Jahr 1542, als Martin Luther hier auf seinem Weg nach St. Joachimsthal Rast machte. Das Hotel St. Anna, welches früher das örtliche Armenhaus war, liess der spätere Weihbischof von Prag, Pfarrer Franz Wilhelm Tippmann errichten. Katastrophalen Folgen hatte für Gottesgab ein Grossbrand im Jahre 1808, der beinahe die ganze Stadt in Asche verwandelte. Am Friedhof befindet sich ein Grabmal des einheimisches Sängers und Liedermachers Anton Günther, der von 1876 - 1937 in Gottesgab lebte. In der Nähe des Friedhofes steht sein Geburtshaus und am Marktplatz können wir von ihm eine Gedenktafel finden. Von 1929 - 1931 lebte in Gottesgab auch der griechische Schriftsteller Nikos Kazantzakis, dessen Gedenkstein sich auch am Markplatz befindet.

    Heute ist Gottesgab ein beliebtes Winter- und Sommersportzentrum. Für die Sicherheit der Besucher sorgt eine Station der Bergwacht. In der Nähe finden wir das Hochmoor von Gottesgab- ein staatliches Naturschutzgebiet - mit einem Lehrpfad, dessen Wege durch die schönsten und ausgewähltesten Stellen dieses Gebietes führen. Als botanische Besonderheit des Hochmoores von Gottesgab gilt die Zwergbirke. Am Nordrand des Hochmoores von Gottesgab beginnt der Plattener Wassergraben, dessen Entstehung in das Jahr 1540 zurückreicht und der den Bergwerken und deren Aufbereitungsanlagen durch seine Wasserzufuhr als Energiequelle diente.
 


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